Endlich so richtig drin
Das Leben in San Ignacio
Benjamin Freytag
3/28/2025
Hallo Freunde,
Inzwischen sind es schon ganze 7 Monate in Bolivien und es tut sich was. Ich muss zugeben: Über die erste Hälfte des Freiwilligenjahres, ca. bis Februar, war ich die ganze Zeit nicht so ganz zufrieden hier.
Es gab einfach nicht viel zu tun. Die Langeweile hat mich überkommen und ich habe zu viel nachgedacht. Darüber, wie es nach dem Freiwilligendienst weitergeht, was, wenn es das ganze Jahr jetzt so ist, und und und…
Aber, wie gesagt, es hat sich einiges getan. Auf meinen Wunsch hin bin ich jetzt Computerlehrer in der Schule, auf die auch alle Jungs und Mädchen vom Internat gehen. Ca. 300 Schüler Unterrichte ich jetzt pro Woche im Computerraum.


Es war am Anfang noch relativ schwierig. Ich wusste nicht genau was ich machen sollte.
Zu allem Überfluss hatte sogar ein Computer in der ersten Woche einen Kurzschluss, weil sich über die Ferien Staub und Sand in den Computern gesammelt hatte.
Also musste ich den ersten Monat lang Theorieunterricht machen... Wie macht man bitte einen Monat lang Theorie im Computerunterricht?!
Hier geht gerade ein Computer kaputt
Während ich in den ersten Stunden noch relativ planlos die Teile eines Computers durchgegangen bin, kam in den nächsten Wochen schon mehr Struktur rein.
Mit den jüngeren Schülern las ich eine selbstgeschriebene Geschichte über die Gefahren im Internet während die älteren Zeit hatten, um selbst zu recherchieren und etwas über die verschiedenen Gefahren im Internet herauszufinden.
Am ende entstanden viele Plakate. Einige kreativ, einige eher sachlich und einige mit nur einem Satz.
Eines der entstandenen Plakate
Am Ende ein wirklich tolles Projekt die Kids selbst etwas über die Gefahren im Netz herausfinden zu lassen, aber auch voll mit einigen Überraschungen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass einige die Aufgaben nicht richtig verstanden haben.
Bei der Einführung des Themas habe ich an jede Tafel ein Beispiel eines Plakats gemalt. Wie die Struktur aussehen könnte, was das Konzept sein könnte usw…
Am Ende hatten einige Plakate aber nur einen Satz oder NUR Bilder. Ein Plakat setzte die Krone auf. Eine Gruppe schrieb einfach ganz groß das Wort „Konzept“ auf das Plakat, weil ich ja gesagt hatte, dass das Plakat ein Konzept braucht.
Am Ende musste ich die Plakate zusammen mit den Präsentationen der Themen dann auch bewerten. Das fiel mir teils echt schwer, weil ich durch die erklärten Umstände auch teilweise echt schlechte Noten verteilen musste. Ich fragte den Direktor der Schule, ob ich nicht vielleicht zu anspruchsvoll bin, aber er sagte mir, dass ich ruhig schlechte Noten verteilen kann, wenn es angemessen ist, damit die Schüler auch sehen, dass ich ein ernst zu nehmender Lehrer bin, und ich denke, da hat er einen Punkt.
Die Schule hat auch ein eigenes Kleines Orchester. Hier darf ich jetzt ein bisschen mithelfen, das Orchester zu leiten. Vor einem Umzug in der Stadt habe ich zum Beispiel mit den Jugendlichen eine Marschprobe gemacht. Hier konnte ich gut einige Übungen anwenden, die ich vorher schon in der Musikkapelle in Deutschland gelernt habe.
Darüber hinaus kann ich als Schlagzeuger den Trommelspielern einige Rhythmen und Tricks beibringen.
Also wie ihr seht, es hat sich einiges geändert und ich bin damit sehr zufrieden.
Das war ein kleines Update, hier aus dem schönen San Ignacio :)
Ich wünsche euch einen schönen Frühlingsbeginn in Deutschland und freue mich schon, viele von euch in 5 Monaten wiederzusehen.